Ergebnisse des Mitwirkungsverfahrens Entlastungsstrasse Nord

23.02.2017

111 Privatpersonen, 7 Ortsparteien, 9 Organisationen und 2 Grundeigentümer haben sich im Rahmen der Mitwirkung zur Entlastungsstrasse Nord (ESN) geäussert. Ausserdem wurde eine Petition mit rund 660 Unterschriften eingereicht, welche eine «Variante light» fordert, die den Rossboden verschonen und ein Lastwagenfahrverbot beinhalten soll.

Der Gemeinderat wertet die eher geringe Anzahl von 111 privaten Mitwirkenden als Zeichen dafür, dass ein Grossteil der Bevölkerung die ESN grundsätzlich als notwendig erachtet.

Zielsetzung der ESN
Die Meinungen der privaten Mitwirkenden zur ESN gehen auseinander. Die Ortsparteien – mit Ausnahme der SP und der Grünen – sehen die ESN hingegen als ein geeignetes Mittel zur Reduktion des Verkehrs im Ortskern und im Bahnhofquartier. Von den Kritikern der ESN werden drei Einwände immer wieder genannt: Neue Strassen würden zu zusätzlichem Verkehr führen, die Strasse habe ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis und man solle zuerst die Sanierung der Ortsdurchfahrt abwarten.

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass es die ESN nebst der sanierten Ortsdurchfahrt und der durchgehenden Industriestrasse zwingend braucht (Dreierpaket). Die auf aktuellen Zahlen beruhende Verkehrssimulation zeigt klar, dass die ESN im Zentrum zu einer Verkehrsreduktion von mehr als 30% (6'000 Fahrzeuge) führen wird. Dieser Effekt wird nicht einfach verpuffen, denn die grosse Verkehrsbelastung in Münsingen ist vorab hausgemacht. Rund ein Drittel des gesamten Verkehrs auf der Bernstrasse stammt aus dem Ortsteil West.

Linienführung
Grundsätzlich wird die vorgeschlagene Linienführung (Variante grün) unterstützt. Ein Teil der privaten Mitwirkenden würde aber zum Schutz von Kulturland und des Rossbodens eine Linienführung mit Unterquerung der Bahnlinie bei der heutigen Unterführung Pfarrstutz bevorzugen (Variante blau).

Der Gemeinderat überprüft deshalb die blaue Linienführung nochmals und will weitere vertiefte Abklärungen hinsichtlich Landschafts- und Lärmschutz und zur Querung der SBB-Unterführung beim Pfarrstutz vornehmen. Diese Abklärungen sollten im Verlaufe des Monats März abgeschlossen sein.

Ausgestaltung der ESN
Die Ausgestaltung der ESN als Innerortsstrasse wird mehrheitlich begrüsst. Die ESN erscheint aber vielen Mitwirkenden überdimensioniert. Teilweise wird befürchtet, dass die ESN zu einer Transitstrecke werden könnte und Quartierstrassen wie der Niesenweg eine Mehrbelastung erfahren. Der Gehweg zwischen Pfarrstutz und Rondell wird als nicht notwendig erachtet.

Der Gemeinderat will die ESN so schlank wie möglich realisieren, aber ohne Sicherheitsdefizite für Fussgänger oder Velofahrende. Wird die vorgeschlagene, grüne Linienführung realisiert, wird auf den Gehweg zwischen Pfarrstutz und Rondell verzichtet. Zwischen dem Pfarrstutz und der Bernstrasse wird neu ein kombinierter Geh- und Radweg geprüft. Auch hinsichtlich Beleuchtung stehen Einsparmöglichkeiten zur Diskussion. Ein Controlling und vordefinierte Begleitmassnahmen sollen die Nutzung der ESN als Transitstrecke und Schleichverkehr auf Quartierstrassen verhindern.

Tempo 30, Verkehrssicherheit von Fussgängern und Velofahrenden
Die Signalisation von Tempo 30 zwischen dem Pfarrstutz und dem Rondell PZM und die Massnahmen zur Verkehrssicherheit von Fussgängern und Velofahrenden treffen auf breite Zustimmung. Vereinzelt werden Befürchtungen zur Schulwegsicherheit geäussert.

Der Gemeinderat hat die Schulwege zum Schulzentrum Schlossmatt und zu den überprüfen lassen. Rund neun von zehn der Schüler/innen queren die Sägegasse direkt vor oder unterhalb des Schulhauses. Für diese Schüler/innen entsteht also auf ihrem Schulweg kein Mehrverkehr. Lediglich 25 Schüler/innen nutzen auf ihrem Schulweg die Unterführung Nord und queren die ESN auf der Höhe CTA. Der geplante neue Mittelstreifen wird ihnen das Queren erleichtern.

«Variante light» mit Lastwagenfahrverbot
Als möglichst schlanke Lösung für die ESN wurde die Nutzung der heutigen SBB-Unterführung Pfarrstutz in Kombination mit einem Lastwagenfahrverbot gefordert und ein Einbahnbetrieb der ESN (morgens Richtung Bern, abends Richtung Ortsteil West) vorgeschlagen. Diese Forderungen gehen in Richtung der Petition der IG «autofreier Rossboden».

Für den Gemeinderat sind dies keine praktikablen Lösungen. Alleine das PZM er-zeugt rund 1‘000 Fahrten pro Tag, die gegen den «Hauptstrom» fahren und bei einer einspurigen Lösung den Umweg über das Zentrum nehmen müssten. Dasselbe gilt für die rund 120 Lastwagenfahrten welche das PZM, die CTA, die weiteren Firmen und die Privathaushalte (Heizöl, Umzüge, etc.) im Einzugsbereich der ESN täglich auslösen. Hauptziel der ESN ist die Entlastung des Dorfzentrums und des Bahnhofquartiers. Eine Variante «light» würde dieses Ziel verfehlen, ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen, den geltenden Normen widersprechen und wäre deshalb möglicherweise auch nicht bewilligungsfähig. Aufgrund dieser Ausgangslage verzichtet der Gemeinderat darauf, in den weiteren Planungen ein Lastwagenfahrverbot vorzusehen.

Rascher Volksentscheid angestrebt
Die Münsinger Stimmbevölkerung soll noch im Verlaufe dieses Jahres über die Kreditvorlagen für die weitere Planung und den Bau der ESN befinden. Dies schafft Klarheit und die Zeit bis zum Finanzierungsentscheid des Bundes im Jahr 2019 kann für die Projektierungsarbeiten genutzt werden. Der Baukredit wird aber an die Voraussetzung geknüpft, dass die ESN durch das Agglomerationsprogramm mitfinanziert wird.

Der Gemeinderat dankt allen Mitwirkenden für ihr Engagement und die vielen konstruktiven Vorschläge. Er sieht sich darin bestärkt, das Vorhaben mit grösster Sorgfalt und bedacht zu planen.

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